Romanisierung (DFG-Projekt)

Eine große Aufwertung erfuhr die Grabung 1994 durch ihre Aufnahme in das Schwerpunktprogramm "Kelten, Germanen, Römer im Mittelgebirgsraum zwischen Thüringen und Luxemburg" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), das die Erforschung des Romanisierungsprozesses zum Inhalt hatte. Im Rahmen dieses Programms untersuchte ein Wissenschaftler mit großem Erfolg den einschneidenden Kulturwechsel, den der Übergang von der spätkeltischen zur römischen Zeit mit sich brachte.


Naturwissenschaftliche Begleituntersuchungen

Weitere Wissenschaftler werten die gefundenen Tierknochen sowie botanische Proben aus. Die Knochen geben Aufschluss über die Tierhaltung, den Stand der Domestikation sowie den fleischlichen Anteil am antiken Speiseplan,
die archäobotanische Untersuchung von Großresten liefert Erkenntnisse über den antiken Landbau und die vegetabilen Nahrungsanteile.

Der erste Schritt in diese Richtung wurde bereits 1992 getan, indem ein Archäobotaniker eine größere Serie botanischer Proben entnahm. Da sich aufgrund der Bodenverhältnisse in Borg pflanzliche Überreste nur in verkohltem Zustand erhalten haben, eignen sich für die Entnahme von Bodenproben besonders die Umgebung von Herdstellen sowie Brandschichten und Grubenverfüllungen. Die Erdproben werden erst in Wasser aufgelöst und dann über einen feinen Siebsatz abgegossen. Die auf den Sieben zurückbleibenden Getreidekörner, Hülsenfrüchte sowie Samen und Früchte
von Wildpflanzen werden dann von dem Achäobotaniker unter einem Stereomikroskop untersucht und bestimmt.

Mit dem Nachweis der Getreide Dinkel und Emmer sowie von Saatweizen und Gerste kennen wir die wichtigsten Getreide, die vermutlich in der Umgebung angebaut wurden. Mit diesen Getreiden und den Hülsenfrüchten Erbse, Linse und Saubohne gelang - was Borg betrifft - ein erster diskreter Blick auf den antiken Speisezettel und die Flora in römischer Zeit. Da aus dem Saar-Mosel-Raum bislang kaum archäobotanische Untersuchungen vorliegen, wird sich der Kenntnisstand über den antiken Pflanzenbau in der Region erheblich erweitert.